11.04.2017

Ruhe für den Sandregenpfeifer

Wegeumleitung sorgt für ungestörtes Brüten im Deichvorland Krummhörn
Sandregenpfeifer mit Küken. Foto: Herald Ihnen

Mithilfe von Einheimischen und Gästen können Sandregenpfeifer-Küken ungestört aufwachsen. Foto: Herald Ihnen

Wie bereits in den vergangenen Jahren wird in Abstimmung zwischen der Nationalparkverwaltung und der Gemeinde Krummhörn ein etwa zwei Kilometer langes Teilstück des Lahnungsweges zwischen Hamswehrum und Platthaus während der Brutzeit vom 13. April bis zum 15. August gesperrt. Der Artenschutzbeauftragte des Nationalparks Simon Potthast richtete jetzt gemeinsam mit Mitarbeitern des NLWKN-Betriebshofs Leybucht vor Ort die Sperrung ein. Der Bereich ist ein höchst bedeutsames Brutgebiet für Sandregenpfeifer und andere bedrohte Strandbrüter. Die Sandregenpfeifer brüten nahe der Wattkante in unmittelbarer Nähe des Betondammes, der auch als Wanderweg dient. Die empfindlichen Vögel können jedoch nur erfolgreich brüten und Junge aufziehen, wenn ihre Kinderstube frei von Störungen ist.

Für den Erhalt der Art ist die Maßnahme überlebenswichtig, für Fußgänger und Radfahrer bedeutet sie hingegen nur einen kleinen Umweg. Über eine Umleitung am Deich können sie ihren Weg problemlos nach Norden oder Süden fortsetzen. Die Gemeinde und die Nationalparkverwaltung bauen deshalb wieder auf das Verständnis und die Mithilfe von Einheimischen und Gästen beim Schutz der bedrohten Vögel.

„Im vorigen Jahr konnten im Vorland der Krummhörn insgesamt 15 Sandregenpfeifer-Küken groß werden“, erläuterte Potthast. Mittlerweile richten sich auch immer mehr Sandregenpfeiferpaare im Vorland bei Campen ein. Hier hat die Nationalparkverwaltung in Kooperation mit der Deichacht Krummhörn einen großen Bereich renaturiert, der nun auch einen perfekten Lebensraum für die bedrohten Strandbrüter darstellt.

Der Sandregenpfeifer brütet in Deutschland fast ausschließlich auf Stränden und an der Küste und ist im Bestand sehr stark gefährdet. Während der Brutzeit sind die Vögel außerordentlich störungsempfindlich. Kommen Menschen zu nahe, verlassen die Elternvögel das Nest. Bis sie zurückkehren, sind Eier oder Küken ohne Schutz. Jede einzelne Störung mindert die Chance, den Nachwuchs erfolgreich groß zu ziehen. Bleibt z.B. das Gelege innerhalb der drei- bis vierwöchigen Bebrütungszeit nur eine halbe Stunde der vollen Sonne ausgesetzt, können sich die Eier überhitzen und die Embryonen absterben.

Das könnte Sie auch interessieren

v.l.n.r.: Jürgen Rahmel (Nationalpark-Förderverein), Rüdiger von Lemm (Nationalpark-Erlebnisstation Sehestedt), Rainer Penning (Geschäftsführer GIB), Dr. Anika Seyfferth (Nationalparkhaus Fedderwardersiel). Foto: Andree Stelljes-Schmalge.

v.l.n.r.: Jürgen Rahmel (Nationalpark-Förderverein), Rüdiger von Lemm (Nationalpark-Erlebnisstation Sehestedt), Rainer Penning (Geschäftsführer GIB), Dr. Anika Seyfferth (Nationalparkhaus Fedderwardersiel). Foto: Andree Stelljes-Schmalge.

26.04.2017 Förderverein, Spenden Eine Spende in Höhe von jeweils 500 Euro überreichte jetzt Rainer Penning, Geschäftsführer der GIB Entsorgung Wesermarsch GmbH, an Dr. Anika Seyfferth, Leiterin des Nationalparkhauses Fedderwardersiel, und Rüdiger von Lemm, Leiter der Nationalpark-Erlebnisstation Sehestedt. Die Spende stammt aus dem Projekt „Spende statt Karten“: Seit 2012 schreibt die GIB Wesermarsch keine Weihnachtskarten mehr, sondern spendet den gesparten Betrag in Höhe von 1000 Euro an regionale Projekte. mehr »
Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal, Blick auf Burg Katz. Foto: Dominik Ketz, Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal, Blick auf Burg Katz. Foto: Dominik Ketz, Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

24.04.2017 Weltnaturerbe Weltkulturerbe zu Besuch im Weltnaturerbe: Am Donnerstag, den 27.04.2017, um 19.00 Uhr, wird Nadya König-Lehrmann, die Geschäftsführerin des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal, in ihrem Vortrag im Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven das UNESCO-Weltkulturerbe „Oberes Mittelrheintal“ vorstellen und erläutern, worin der außerordentliche universelle Wert dieses Gebietes besteht, und wie sich dieses faszinierende Gebiet erkunden lässt. mehr »
Die neuen Junior Ranger Assistenten mit ihrem Betreuungsteam. Foto: Nationalparkverwaltung

Die neuen Junior Ranger Assistenten mit ihrem Betreuungsteam. Foto: Nationalparkverwaltung

21.04.2017 Junior Ranger, Assistenten-Camp Vom 10. bis zum 13. April fand im Kreisnaturschutzhof Wittmund ein Assistenten-Camp für die Junior Ranger verschiedener Nationaler Naturlandschaften statt. Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer organisierte die Aktion. Zum krönenden Abschluss erhielten alle 17 Anwärter ein Zertifikat, das sie als ausgebildete Assistenten ausweist. mehr »
Zehn Tage dauerte der Aufbau des Pottwal-Skeletts. Foto: Nationalparkverwaltung

Zehn Tage dauerte der Aufbau des Pottwal-Skeletts. Foto: Nationalparkverwaltung

12.04.2017 Pottwal, Wangerooge, Nationalparkhaus Gut ein Jahr nach der Strandung zweier Pottwale am Ostende von Wangerooge ist einer der imposanten Meeressäuger auf die Insel zurückgekehrt. Im Beisein von zahlreichen Gästen wurde heute das Exponat des Skeletts an seinem Standort vor dem Nationalparkhaus eingeweiht. mehr »