02.03.2017

Grenzüberschreitende Kooperationen für den Erhalt der globalen Biodiversität

Naturschutz- und Welterbe-Experten aus Dänemark, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Sierra Leone werden auf der ITB 2017 in Berlin die Chancen und Herausforderungen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit diskutieren. In Kooperation mit dem UNESCO-Programm „Welterbe und Nachhaltiger Tourismus“ hat das Weltnaturerbe Wattenmeer Kooperationspartner aus verschiedenen Teilen der Welt eingeladen, an Fachgesprächen zum nachhaltigen Tourismus teilzunehmen. Die Gespräche finden während der Fachbesuchertage am 9. und 10. März in Halle 4.1.b statt.
Zugvogelmonitoring in Westafrika. Foto: André Kramer

Grenzüberschreitende Kooperation: Zugvogelmonitoring in Westafrika. Foto: André Kramer

„Die Welterbekonvention ist grundsätzlich ein Instrument für die internationale Zusammenarbeit mittels eines breiten globalen Netzwerks. Ihre Stärke liegt in der Verbindung von Welterbestätten zwecks Austausch von Erfahrungen und Fachwissen“, sagt Peter DeBrine, Koordinator des UNESCO-Programms „Welterbe und Nachhaltiger Tourismus“. DeBrine wird am 9. März mit Mariagrazia Santoro und Marcella Morandini, der Präsidentin und der Direktorin der Fondazione Dolomiti UNESCO, sowie Harald Marencic, Stellvertretender Exekutivsekretär des CWSS, Strategien zur nachhaltigen Entwicklung an Welterbestätten erörtern (Halle 4.1.b, Stand 228).

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist auch der Kern der Wadden Sea Flyway Initiative (WSFI; „Wattenmeer-Vogelzug-Initiative“). Die Initiative zielt auf den Erhalt der Rückzugsflächen für Zugvögel entlang des Ostatlantischen Vogelzugwegs von ihren arktischen Brutstätten über den Hauptzwischenstopp Wattenmeer bis zur afrikanischen Küste ab. Ihren Fokus legt die WSFI auf Monitoring und den Aufbau von Kapazitäten. Auch arbeitet sie eng mit dem Projekt Conservation of Migratory Birds (CMB; „Erhalt der Zugvögel“) zusammen. „Der Erfahrungsaustausch im Vogel-Monitoring hat uns geholfen, unsere Techniken und Trainingsmethoden zu verbessern“, sagt Vogelexperte Alieya A. Kargbo aus Sierra Leone. „Die Initiative ist erst seit 2012 aktiv doch das Netzwerk dahinter ist bereits sehr stark und ergiebig.“ Gemeinsam mit seinem Kollegen Momoh Bai Sesay sowie Peter Südbeck vom Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer präsentiert Kargbo im Rahmen des 12. PowWow am 10. März auf der ITB-Bühne in Halle 4.1.b Ansätze zur Verknüpfung von Vogelbeobachtung und Tourismus. Im Anschluss wird die Diskussion auf dem Stand des Weltnaturerbes Wattenmeer mit Kollegen aus den dänischen, deutschen und niederländischen Wattenmeerregionen fortgesetzt (Halle 4.1.b, Stand 228).

Näheres zum Fachbesucher-Programm (Englisch): www.waddensea-worldheritage.org/events

Weitere Informationen zur Wadden Sea Flyway Initiative: www.waddensea-secretariat.org/management/projects/wadden-sea-flyway-initiative-wsfi

 

Über das Wattenmeer

Das Wattenmeer bildet das größte zusammenhängende Sand-Schlickwattsystem der Welt, in dem dynamische Prozesse in einem weitgehend ungestörten Naturzustand ablaufen können. Es erstreckt sich über 500 km entlang der  Küstenlinie dreier Länder: den Niederlanden, Deutschland und Dänemark. 2009 wurde das Wattenmeer für seine global herausragende geologische und ökologische Bedeutung in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Es beherbergt über 10.000 Pflanzen- und Tierarten, die sich an die wechselhaften Lebensumstände angepasst haben. Millionen von Zugvögeln sind auf das Wattenmeer als Zwischenstopp und Rastgebiet angewiesen. Um den Schutz des Wattenmeers zu sichern, arbeiten die Niederlande, Deutschland und Dänemark seit 1978 zusammen und übernehmen gemeinsam die Verantwortung dafür, dass dieses einzigartige Ökosystem zum Wohle jetziger und zukünftiger Generationen erhalten wird. 

 

Für Rückfragen melden Sie sich bitte bei

Annika Bostelmann | Communication Officer | Common Wadden Sea Secretariat
Virchowstrasse 1 | D-26382 Wilhelmshaven
T +49 (0)4421 9108-19 | M +49 (0)170 27 06 274
Email:
waddensea-secretariat.org | waddensea-worldheritage.org

 

Das könnte Sie auch interessieren

21.03.2017 Im Januar im T-Shirt den ganzen Tag an der Küste Zugvögel zählen? Was bei uns wohl zu einem kräftigen Schnupfen führen dürfte, birgt an der westafrikanischen Küste eher Sonnenbrandgefahr: Wolkenlose 30 Grad hat es zu Jahresbeginn. Drei Vogelforscher aus Schleswig-Holstein sind den Zugvögeln aus dem Wattenmeer nach Guinea gefolgt. mehr »
Carsten Jensen liest am 29. März 2017 im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum

Der dänische Schriftsteller Carsten Jensen liest am 29. März 2017 im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Tönning aus seinem neuen Buch „Der erste Stein“   |   © Isak Hoffmeyer

16.03.2017 Der dänische Schriftsteller Carsten Jensen liest am 29. März 2017 im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum aus seinem neuen Buch, dem Antikriegsroman „Der erste Stein“. Den deutschen Lesepart übernimmt Robert Habeck, Schriftsteller und schleswig-holsteinischer Minister. mehr »
Extrembotaniker Jürgen Feder. Foto: privat

Extrembotaniker Jürgen Feder. Foto: privat

13.03.2017 Botanik, Jürgen Feder Der botanische Dschungel Deutschlands ist aufregend – vor der Haustür, am Wegesrand oder hinter der Autobahnleitplanke warten spannende Gewächse darauf, entdeckt zu werden. Am 23. März nimmt der passionierte Botaniker Jürgen Feder im Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven die Zuhörer mit auf Schatzsuche, stellt auf unnachahmliche Art gewöhnliche und ungewöhnliche Pflanzen vor und begeistert so für die heimische Flora. mehr »
Ausstellung in der Behörde für Umwelt und Energie
10.03.2017 Der Frühling steht vor der Tür. Die Metropolregion Hamburg hat vieles zu bieten, für diejenigen die es hinaus ins Freie zieht. So lohnt sich ein Besuch der Biosphärenreservate in der Metropolregion: das Wattenmeer, die Schaalsee-Region und die Flusslandschaft Elbe. Das Biosphärenreservat Hamburgisches Wattenmeer, das kleinste der Gebiete, liegt mitten im Weltnaturerbe Wattenmeer an der Elbmündung bei Cuxhaven. Es lädt dieses Jahr zu seinem 25-jährigen Jubiläum ein. mehr »
Auftaktveranstaltung "Nachhaltige Gastronomie" in Wilhelmshaven. Foto: Nina Gerhards
06.03.2017 Nachhaltigkeit, Gastronomie, Biosphärenreservat Etwa 70 interessierte Gastronomen aus der Region kamen am vergangenen Mittwoch zum Auftakt der Workshop-Reihe „Nachhaltige Gastronomie im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ ins Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven. mehr »